1996 kaufte ich 5 Pterapogon kauderni. Ich fand sie nicht nur sehr schön, sondern dachte auch, dass es sich um eine Sorte Maulbrüter handelte, die sich in Schulen halten ließe.

Aber dies stellte sich sehr schnell als Irrtum heraus. Im Gegenteil, nach dem Akklimatisieren bildeten sich 2 Pärchen und der als Einling übrig gebliebene Pt. kauderni wurde solange von den 2 Pärchen gejagt, bis dieser eines Tages spurlos verschwunden war. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Kardinalbarsche absolut nicht ängstlich gegenüber größeren Fischen in meinen Aquarium sind.

Foto rechts: Geburtsort meiner jungen Pterapogon kauderni

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Knurrende Geräusche:

Circa 2-3 Monate nach dem Einsetzen in meinem ca.1500 L Rifaquarium passierte weiter nichts Besonderes mit meinen 2 Pärchen, ich muss auch zugeben, dass ich diesen Maulbrüter keine besondere Aufmerksamkeit schenkte. Eines schönen Tages hörte ich ein eigenartiges "knurren" in meinem Aquarium. Das erinnerte mich an eine Zeit, als ich noch ausschließlich große Kaiserfische in meinem Aquarium pflegte und diese regelmäßig Revierkämpfe miteinander hatten. Der Unterschied lag lediglich darin, dass das Knurren der Barsche weniger laut war. Nach einer Kontrolle über die Herkunft und Ursache des Knurren entdeckte ich zu meiner Freude, dass diese Geräusche zur Balz-Zeremonie meiner Kardinalbarsche gehörte, eines der 2 Pärchen feierte "Hochzeit". Inzwischen hatte ich alle mir zur Verfügung stehenden Artikel über Pterapogon kauderni durchgelesen, aber nirgends stand etwas über dieses Knurren zu lesen, dies scheint also eine neue Entdeckung zu sein.
Freude und Probleme:

Einige Zeit nach genannter Entdeckung, hatte mein Kardinalbarsch-Männchen "geschwollene" Kiemen und verweigerte obendrein jegliches Futter. Besorgt nahm ich das Männchen in Augenschein, zu meiner Erleichterung und Freude stellte ich fest, dass mein Fisch nicht erkrankt war, sondern einen Eiball im Maul hatte. Aber, dachte ich, das wird ja doch nichts, ich sah mich nämlich nicht im Stande, dieses Männchen aus dem voll besetzten Aquarium zu fangen um es dann separat zu halten. Junge Pterapogon kauderni im vollbesetzten Gesellschafts-Aquarium aufzuziehen erschien mir als ebenfalls als unmöglich. Nach ca. 8 Wochen war eines Tages das Maul des Männchen wieder leer.
Noch am selben Tag mußte ich meine Aquarium-Frontscheibe reinigen. Plötzlich sah ich in der rechten unteren Ecke zwischen einer "Handvoll" Caulerpa (C. taxifolia) 2 Junge Pterapogon kauderni schwimmen. Nun mußte ich mich vor lauter Schrecken einmal hinsetzen. Nach dem ich mich ein wenig erholt hatte, sah ich immer mehr junge Maulbrüter schwimmen, insgesamt konnte ich 12 junge Fische zählen. Ich war erstaunt, wie groß diese jungen Kauderni's bereits waren, nämlich ca. 10 - 11 mm. Heute sind diese jungen Pt. Kauderni's erwachsen und ich habe einige neue Nachzuchten gehabt. Mittlerweile ist es schon fast "alltäglich" geworden.
Bei einen dieser Nachzuchten war ich zufälligerweise von Anfang an Zeuge.
Nach einem Tauchurlaub in Ägypten kam ich morgens früh um ca. 5:30 Uhr nach Hause. Mein erster Blick galt meinem Rifaquarium, das zu dieser Zeit nur mit einer Nachtbeleuchtung beleuchtet wurde: Alle Fische "schliefen" noch, nur eines meiner 2 Pärchen Kauderni's waren noch aktiv. Da ich wusste, dass es bald wieder einmal soweit sein musste und dieses Pärchen wieder Junge bekommen musste, schaute ich etwas genauer hin. Tatsächlich schien es genau in diesem Moment zu geschehen. Bevor ich es richtig begriffen hatte, kam ein junges aus dem Maul des Männchen. Es schien mir so, als ob dieses erstgeborene noch in eine Art Vlies gefangen war. Mit einer schnellen Bewegung wurde dieses Häutchen aber abgeschüttelt und dieser Winzling schwann mit einer ziemlichen Geschwindigkeit ca. 20 cm vom "Vater" weg. Zu meinem Entsetzen sah ich nun auch den Grund, warum ich nie mehr als 10 - 18 Junge Kauderni's übrig behielt. Der Grund ist folgender: Mammi Kauderni ist eine Kannibalin, wie ein Blitz schwamm sie zu den einige Sekunden wie erstarrt treibenden Jungen Kauderni's und fraß sie einfach auf.
Nach dieser Erfahrung habe ich mir ein kleines Aufzuchtsbecken gebaut, das so konstruiert ist, dass ich es zwischen zwei Stabilisatoren in mein Aquarium hängen kann. Wenn nun die Zeit wieder einmal reif ist für neuen Nachwuchs, stehe ich Morgens um 3 Uhr auf und halte Wache. Natürlich ist es einige Male vorgekommen das ich mehrere Nächte hintereinander Wache schieben musste, weil ich mich entweder verrechnet hatte oder aber der Vater eine "Spätgeburt" hatte.

kauder.01

kauderni.jong.01

Fotos Oben: Junge Kardinalbarsche

 
Sobald das Männchen ein Junges (ab und zu zwei auf einmal) "ausgespuckt" hatte, war ich mit einem kleinen Plankton Netz zur Stelle um den jungen Kardinalbarsch sofort heraus zufangen und in das Aufzuchtsbecken zu geben. Auf diese Weise ist es mir nun möglich, ca. 98% der jungen Kardinalbarsche aufzuziehen. Dies bedeutet, dass ich nun im Stande bin, nach jeder Geburt 32 bis 35 Junge Pterapogon kauderni's aufzuziehen.

Aufzuchtsbecken mit jungen Pterapogon kauderni's hängend in meinem großen Rifaquarium

  kaudernie.01   kweekbakje

Aufzuchtsfutter
Als Erstfutter habe ich für die ersten Tage, frisch geschlüpfte Artemianauplien, tiefgefrorenes Plankton und Trockenfutter von Tetra (Tetra Mikro Min.) verwendet.
Autor: H.P.B. Huber
Homepage: http://members.chello.nl/hp.huber/Meerwasser.de/index.htm
   
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